Ein Weg mit vielen Früchten

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Am 26. August begeht die katholische Kirche in Polen das Fest der Muttergottes von Tschenstochau. Der in Oberschlesien gelegene Ort Tschenstochau wird auch als geistige Hauptstadt Polens bezeichnet. Hier befindet sich das weltbekannte Gnadenbild der Schwarzen Madonna, zu dem jährliche mehrere Millionen Pilger kommen und dem zahlreiche Wunder zugeschrieben werden. Die Schwarze Madonna von Tschenstochau wurde im Jahr 1655 symbolisch zur Königin Polens gekrönt. Ihr wurde u.a. der zugeschrieben, die Stadt und das Kloster vom Hellen Berg (Jasna Góra) vor der Belagerung durch die Schweden geschützt zu haben. Vor allem im Marienmonat August pilgern hunderttausende von Menschen zu Fuß, per Rad oder noch auf andere Weise mehrer Tage oder sogar Wochen zur Schwarzen Madonna, um um Ihre Fürsprache zu bitten.
Wir möchten hier mit Euch ein Zeugnis solch einer Fußwallfahrt teilen:

Nach zwei wunderbaren Pilgerwochen bin ich aus dem Urlaub zurückgekehrt und werde von allen Seiten gefragt, wie es war. „Schön“, „toll“ – ich versuche es so gut und wahrheitsgetreu wie möglich zu beschreiben, aber mir scheint, dass all das viel zu wenig gesagt ist. Unser Ziel war Tschenstochau, aber wie ein schönes Sprichwort sagt, ist in solch einer Wallfahrt vor allem „der Weg das Ziel“.

Ich durfte in dieser Zeit viele kleine Wunder erleben und aufs Neue erfahren, dass die gute alte Weisheit, dass man immer mehr erhält, als man selber gibt, ihre Existenzberechtigung hat. Die Gastfreundlichkeit der Menschen unterwegs war unglaublich, aber auch die gegenseitige Hilfe, die man von den Weggefährten erfahren hat. Zwei Wochen, in denen man sich keine Sorgen darum machen musste, etwas zu essen, zu trinken und einen Schlafplatz zu haben, da alle paar Kilometer jemand mit offenen Armen und leckeren Speisen und oft auch mit Tränen in den Augen auf uns gewartet hat. Der Großteil der Menschen, denen wir unterwegs begegnet sind – Autofahrer, Anwohner, Spaziergänger – haben uns winkend und hupend begrüßt oder um Gebet gebeten. Singend, betend, strahlend, lachend, aber manchmal auch schweigend gingen wir durch die Straßen und den größten Gänsehaut-Moment hatte ich, als unsere Weggefährten, die geh- und sehbehindert waren, lauthals und freudestrahlend gesungen haben „Lobet Gott, denn Er ist gut!“. Wie viel können wir alle von diesen Menschen lernen! Wie wunderbar ist es auch, dass man jeden Schmerz und jeden Tag in wichtigen eigenen und anderer Anliegen opfern konnte!

Auch eine besondere Erfahrung sind die Reaktionen meiner Mitmenschen auf meine Urlaubspläne und -berichte. Menschen, die nichts oder wenig mit der Kirche zu tun haben, fragen auf einmal danach, was mich dazu bewegt, so eine Herausforderung auf mich zu nehmen. Einige Diskussionen über die Kirche sind auch aufgekommen, teilweise auch große Kritik. Was auch immer die Früchte daraus sein werden – zumindest hat das Thema diese Menschen zu Reflexionen bewegt. Und dann gibt es solche, die auf einmal auch Interesse an solch einem Urlaub zeigen, obwohl sie Gott und der Kirche eher fern sind.

Welche Früchte diese zwei wunderbaren Wochen für meine Mitmenschen und mich haben werden, das weiß nur Gott. Für mich aber ist klar, dass – wenn nichts im Wege steht – diese Wallfahrt nicht meine letzte war!

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