Aus der Mitte des Marsches fürs Leben: Bericht und Fotos

[Fotos und Videos unterm Bericht]

Eine riesige Menschenmenge, versammelt vor dem Berliner Hauptbahnhof. Es ist schon fast episch: Eine wundervolle Symbolik: Eins der wohl zentralsten Umschlagplätze Europas, täglich Tausende Menschen auf Durchreise, Menschen aller Nationen, Religionen, Hautfarben, jeder in einem anderen Ziel, alle hetzen von einem Ort an den anderen, der Arbeit, der großen Liebe oder der Erholung hinterher. Doch an diesem Samstag war alles anders. An diesem Samstag konnte man eine riesengroße Menschenmenge vor dem Berliner Hauptbahnhof nicht übersehen. An diesem Samstag wurde jeder einzelne dieser Menschen mit der Frage nach dem Recht auf Leben konfrontiert.

Mitten unter der Menschenmasse: Ein Kind mit Down-Syndrom, ein Mann, dessen Jugendliebe ohne sein Wissen ihr gemeinsames Kind abgetrieben hat, eine Frau, die sexuell ausgenutzt wurde und eine Fehlgeburt durchmachen musste. Sie alle – insgesamt sind es nach Angaben der Organisatoren (Bundesverband Lebensrecht) 5.500 – sind hier aus einem Grund: U.a. wegen des Kindes, das in dieser Minute abgetrieben wurde. Und wegen des Kindes, das abgetrieben wurde, wenn Du mit der Lektüre des Artikels fertig bist. Ja, nicht weniger als 275 Kinder sind es allein in Deutschland pro Tag.

Aber das ist nicht der einzige Grund: Eine der Forderungen heißt: § 219a StGB muss bestehen bleiben: Kein Recht auf Werbung für Abtreibung! Sie sind gegen die Kultur des Todes. Jeder Mensch hat eine Würde zu leben, ob „zu“ alt und krank, „zu“ klein und schwach, „zu“ behindert oder „zu“ ungewollt.

Achja, bevor ich es vergesse: Da waren ja auch noch die Gegendemonstranten. Obwohl sie in viel geringerer Zahl vorhanden waren, berichten einige Medien mehr über sie als über uns. Auch ein interessantes Phänomen. Aber vielleicht auch verständlich, denn wir waren still und friedlich, keiner hat unerlaubte Parolen gerufen, unerlaubte Handzeichen gemacht oder abstößende Bilder hochgehalten. Bei den Gegendemonstranten sah das ganz ander aus: Entblößte Brüste, Stinkefinger oder christenfeindliche Plakate waren immer wieder zu sehen. Viele Aussagen sind nicht zitierfähig, deswegen finden sie hier auch keine Erwähnung. Handgreiflichkeiten und Sitzblockaden kamen auch wieder vor, doch dank der Polizei konnten wir friedlich weitermarschieren.

Ein Zwigespäch klang in etwa so:

„Eure Meinung ist so unlogisch und hohl. Berlin ist bunt und weltoffen, Ihr habt hier nichts zu suchen! [Wir sind offen – ihr seid nicht erwünscht… Apropos Logik: HÄÄÄÄ?!, Anm. des Autors] Ihr seid die schlimmsten: Junge Frauen, die beim Marsch mitmachen! Wie könnt Ihr gegen Euch selbst sein – frauenfeindlich?!“

„Die wahren Feministen sind wir, wir kämpfen für das wahre Wohl der Frau“.

„Was weißt Du schon über Feminismus! Das ist ein ganzer Studiengang!“

„Tatsächlich kenne ich mich da nicht aus, bitte definiere Feminismus“

„Ich werde nicht mit Dir diskutieren“

„Ich möchte nur eine Definition hören, keine Diskussion“

„…[unzitierbar]…“

„Also für mich ist Feminimus, wenn man für die Frau und ihr Wohl einsteht. Wir möchten sie vor der Depression schützen, in die die meisten Frauen nach einer Abtreibung verfallen, zu ihrem eigenen Wohle. Hast Du schonmal davon gehört, wie sehr diese Frauen leiden?“

„Ja, ich bin eine von ihnen!“

„Dann warne sie! Möchtest Du, dass jemand das selbe durchmachen muss wie Du? Rette andere Frauen vor diesem Schicksal“

„Geh weg! Ich möchte Dich gar nicht hören, hau ab!… [unzitierbar]…! … [unzitierbar]…! … [unzitierbar]…!“

Wir verurteilen diese Frau nicht. Unter den Marschierenden waren Menschen mit demselben Schicksal. Der Unterschied: Sie bemühen sich, aus ihrer schrecklichen Erfahrung das beste zu machen: Sie wollen andere Frauen davor retten, die gleichen Fehler zu begehen. Wie wir bei der Tagung des Bundesverbandes Lebensrecht von einem erfahrenen Arzt hören durften, nennen Ärzte oft die Abtreibung als einzige Option, während Heilungsversuche kaum erwähnt oder als total hoffnungslos deklariert werden.

Doch was war der Marsch am Ende wert? Er war es noch nicht einmal wert, in der Tagesschau erwähnt zu werden, die Berichterstattung fällt – wie jedes Jahr – kläglich aus.

Ich glaube, es geht hier gar nicht so sehr um die Masse. Es geht hier um die einzelnen Menschen, die gestresst durch die Straßen irrten und gezwungenermaßen einen Gedanken an die Ungeborenen oder verlassenen Älteren „verlieren“ mussten, um die Menschen, die vielleicht in privaten Gesprächen anlässlich des Marsches mit einer Frage konfrontiert wurden, die sie sich vielleicht noch nie gestellt haben. Aber am Ende geht es vor allem um sie, denen wir in einer Schweigeminute, in unendlich vielen Gebeten und einem Gottesdienst gedacht haben. Und es geht um die, die in Zukunft vielleicht überleben werden, weil der Ein oder Andere umgestimmt werden konnte. Und wenn es auch nur ein Mensch wäre – allein wegen ihm war die weite Anfahrt (ob aus München, Österreich, Trier oder Warschau) es wert!

Die 7 Foderungen des Marsches für das Leben sind hier nachzulesen.

Übrigens: Wenn Du Dich engagieren möchtest, bietet Dir die Jugend für das Leben zahlreiche Möglichkeiten 😉

[Zum Vergrößern der Bilder Fotos anklicken]

 

 

 

Sitzblockade der Gegendemonstranten:

 

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