Größte Wallfahrt Westeuropas zum 36. Mal

Drei Tage, mehr als 10.000 Teilnehmer, Hunderte Flaggen und ein Ziel: Chartres. Am Pfingstwochenende fand die 36. Wallfahrt von Paris nach Chartres statt, die mittlerweile zur größten Fußwallfahrt Westeuropas gewachsen ist. Wir waren auch dabei und wundern uns nicht, dass die Pilgerzahl jedes Jahr wächst.

Tag 1:

Rund 40 km Fußweg erwarten uns. Kaum sind wir aus dem Bus ausgestiegen heißt es schon: Tempo! Gepäck abgeben und zur heiligen Messe. Pünktlich um 7 Uhr ziehen hunderte Priester in wunderbaren Gewänden in die Kathedrale Notre Dame von Paris ein. Tausende Menschen versammeln sich in und um die Kathedrale. Nach der Messe geht es gleich los. Aufgeteilt in „Chapitres“ nach Ländern ziehen wir geordnet los. Dieses Jahr lautet das Motto: „Der hl. Josef, Vater und Diener“. Jedes Chapitre hat auch zusätzlich seinen Patron und jeder Tag nochmals seinen eigenen Heiligen. Insgesamt ziehen rund 10.000 Pilger mit, darunter die Mehrheit junge Franzosen. Aber die Organisatoren schließen keinen aus. So gibt es auch viele ältere Menschen, Kinder-Chapitres und viele Pilger aus andere Ländern. Unter den Ausländern ist die Gruppe der Deutschen die größte: aus Köln und Bayern, darunter aber viele Teilnehmer aus ganz Deutschland, die sich diesen Gruppen angeschlossen haben. Man sieht aber auch eine amerikanische, libanesische ound andere „exotischeren“ Flaggen.

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Geordnet nach den Chapitres ziehen wir also los, singend, betend, lachend, manchmal auch beichtend. Begleitet durch winkende französische Kinder und gestresst hupende Autofahrer geht es zunächst durch die Straßen von Paris, dann durch Parks, Wiesen und Felder. Das Tempo ist hoch, das Wetter wunderbar und die Pausen seltener als man es sich vielleicht wünschen würde. Zum Glück aber gibt es immer wieder die Möglichkeit, eine kürzere oder längere Strecke mit dem Bus zu fahren, damit auch die Lädierten das Ziel erreichen können. Kurz vor Sonnenuntergang ist die Freude riesengroß. Die Zelte sind bereits aufgebaut, jetzt heißt es nur noch: Sich mit einer Suppe stärken und schlafen gehen, denn schon in wenigen Stunden geht das ganz von vorne los.

  1. Tag:

5.00 Uhr morgens: Wunderschöne Musik erklingt, manch einer möchte meinen, die Engelchöre sängen, die Tore des Himmels öffneten sich, wenn da nicht diese Kälte wäre. Aber es ist eben noch nicht das Paradies, sondern ein Feld irgendwo auf der Strecke Paris – Chartres. Es soll pünktlich wieder losgehen, daher wird alle 5 Minuten daran erinnert, dass die Zelte geräumt und das Frühstück eingenommen werden soll. Kurz nach 6 geht das Wandern wieder los, diesmal ist die Strecke etwas kürzer (35 km) und das Tempo nicht mehr so schnell. Die Pausen scheinen auch häufiger. Ein Highlight ist die Heilige Messe auf der Pferderennbahn. Auch wenn uns die Route zwischenzeitlich bergauf zwingt, geht es heute im Vergleich zum gestrigen Tag eher „bergab“.

  1. Tag:

CIMG9203Was für ein wunderbarer Sonnenaufgabg uns heute in den ersten Minuten begeleitet! Heute ist die Stimmung noch besser als an den anderen Tagen, denn am späten Nachmittag werden wir unser Ziel erreichen: Chartres. Fröhlich singend gehen die Chapitres auf die Kathedrale zu. Einige haben auf den letzten Metern sogar noch die Kraft, auf die Kathedrale zuzulaufen. Eine große Überraschung ist wohl für viele Robert Kardinal Sarah. Nicht seine Anwesenheit, denn das haben ja schon alle gewusst. Er stand aber höchstpersönlich am Eingang zur Kathedrale und segnete alle Pilger, die hineintraten.

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Die wunderschöne Kathedrale Notre Dame de Chartres ist ein besonderer Ort: Hier befindet sich ein Schleier, der der Legende nach zur Muttergottes gehörte.

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In der heiligen Messe, die – wie alle anderen Messen während der ganzen Wallfahrt – in der außerordentlichen Form des römischen Ritus abgehalten wurde, sprach Kardinal Sarah u.a. von der Demoralisierung der westlichen Welt und von der Aufgabe der jungen Menschen, ihre Berufung zu erkennen.

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Mit der heiligen Messe gingen dann auch drei wundervolle Tage, erfüllt von viel Gebet, Gesang und Freude, aber auch mit dem Kennenlernen der eigenen Grenzen, zu Ende. Zum Abschied hat es dann auf der Strecke Chartres – Paris auf der Rückfahrt geregnet, sodass man mit Dankbarkeit rufen konnte: „Gott sei Dank, erst jetzt!“

Die Wallfahrt von Paris nach Chartres findet immer am Pfingstwochenende statt. Somit wird sie 2019 vom 8.-10. Juni stattfinden. Es werden Gruppen aus allen deutschsprachigen Lädern organisiert. Also: vormerken und nicht verpassen! 😉 Hier findet Ihr alle Informationen zu den Wallfahrten aus den deutschsprachigen Ländern!

 

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