Befreien wir die Kinder aus dem Netz!

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Das Internet ist wie ein kaukasischer Schäferhund. Groß, geheimnisvoll und faszinierend und zugleich dazu im Stande, uns in jedem Moment die Hand abzubeißen. Was ist besser? Ihn im Käfig einzusperren und ihn dem Kind nie zu zeigen oder das Kind lehren, mit ihm umzugehen, wenn wir wissen, dass er immer ein Hund bleibt, dessen Natur unvorhersagbar und aggressiv ist?

Wenn mich jemand nach meiner Meinung zum Thema Kinder im Netz fragen würde, würde ich antworten können wollen: „Befreit die Kinder aus dem Netz! Gebt ihnen Gummistiefel, öffnet ihnen die Tür und zeigt ihnen die Welt!“ Dass es riecht, dass es leuchtet, dass er voller kleiner und großer Wunder ist, von denen der andere Mensch das größte ist. Wirklich, wenn ich könnte, würde ich unsere Kinder in unsere Jugendzeit mitnehmen, als es noch kein Netz gab, sondern Klettergerüste, Baumhäuser und Bobby-Cars. Und ich wie+, dass die Hälfte der Eltern genau das tun. Die Tablets werden versteckt, der PC ist nicht angeschlossen und den Fernseher sehen die Kinder einmal im Monat, wenn sie die Oma besuchen. Man kann die Kinder auf diese Weise schützen. Auf einem bestimmten Erziehungslevel ist es schwer, irgendein Nachteil dieser Erziehung zu finden. Aber in einem bestimmten Moment begegnen die Kinder der neuen Technologie. Die Welt, in der sie leben, ist voll davon. Und was dann?

Auf der anderen Seite sind Eltern, deren Kinder ständig am Smartphone kleben, sogar 10 Stunden am Tag. Kinder, die Wort wörtlich virtuell leben. Gereizt, unfähig, Gespräche zu führen oder zuzuhören. Sie sind an nichts interessiert außer an den sozialen Medien. Ihre Idole sind Internetstars, die Tausende Likes und Millionen lustige Antworten auf ask.fm haben. Ich würde mich gerne neben diese schon fast buckligen Jugendlichen setzen und fragen, wie ihrer Meinung nach das Leben dieses Stars aussieht. Er muss doch, um diese alle Antworten zu verfassen und diese Welten in Minecraft herzustellen, ausschließlich in seinen vier Wänden sitzen. Er hat Tausende Fans, aber kennt er das Gefühl einer menschlichen Berührung? Ich würde mich gerne zu ihnen setzen und fragen, aber ich habe Angst, dass die im Internet verbrachte (verlorene) Zeit ihre Wahrnehmung zu sehr abgestumpft hat.

Wo bin ich? Nicht aus eigenem Willen, sondern aus Vernunft – in der Mitte. Kennen meine Kinder das Netz? Ja. Vor allem als Quelle des Wissens. Faszinierend und mit nichts vergleichbar. Wir versuchen ihnen das Internet als einzigartige, durch Millionen von Menschen geschaffene Grube des Wissens zu zeigen. Es ist eine virtuelle Welt, in der es keine Grenzen gibt und die einen Wort wörtlich umhauen kann. Aber sie bleibt immer künstlich, sekundär zu dem, was uns umgibt. Aber ist diese Welt nur schlecht? Wenn jemand nur einmal das Aufleuchten der Faszination in den Augen des Kindes sieht, wenn es die Seiten der NASA betrachtet, wird er das nicht behaupten können. Meine jüngeren Kinder kennen auch das Internet als Ort mit interessanten Spielportalen. Es gibt einige wirklich wertvolle Adressen, die selbst für 3-jährige ideal sind. Vor allem im Winter bewähren sie sich, wenn zwei Kinder Fieber haben, das dritte ständig nörgelt und das vierte, einzig gesunde, irgendwie selbst zurechtkommen muss.

Ich könnte noch lange darüber schreiben, wie wir die Zeit im Internet für unsere Kinder reglementieren, wie wir ihnen erklären, dass Geräte Menschen abhängig machen und darum Internet wenn schon, dann nur am PC erlaubt ist und zwar an einem, der an einem zentralen Ort in Haus steht. Man kann und man muss sogar darüber schreiben, dass wenn unsere Kinder in ihren Zimmern Tablets oder Telefone mit Internetzugang haben, dann sind sie bestimmt schon mit Pornografie in Berührung gekommen. Wir brauchen gar nicht so zu tun, als wäre es anders, oder darauf zu hoffen. In dieser faszinierenden, aber unsicheren und wirklich gefährlichen Welt gibt es aber etwas viel wichtigeres als das beste Sicherheitssystem für Kinder im Internet zu schaffen.

Wenn ich möchte, dass meine Kinder den guten Umgang lernen und in der virtuellen Welt nicht verloren gehen, muss ich mich selbst kontrollieren können. Ich kann nichts besseres für sie tun als das Internet in meinem Telefon auszumachen. Und das Telefon selbst am besten ständig verlieren. Vor ein paar Monaten habe ich mit unseren älteren Kindern den Stammbaum unserer Familie gemacht. Bei jeder Oma, Tante, bei jedem Onkel haben die Mädels irgendeine Eigenschaft gezeichnet, die diese Person ausmacht. Mich haben sie am Ofen gezeichnet… mit dem Handy in der Hand, meinen Mann auf dem Fahrrad… mit dem Handy in der Hand. Das hat zu unserer radikalen Entscheidung geführt, das Handy abzulegen, sobald wir die Schwelle unseres Hauses übertreten. Wenn ich Tee trinke und schreckliche Lust habe, die Internetpresse zu durchschauen, greife ich nach einem Buch. Wenn ich meinen Kindern tausende Geschichten erzähle und Millionen Spaziergänge im Regen mache, dann werden meine Kinder trotzdem ständig online, wenn ich nicht darum kämpfe, selber unabhängig vom Internet zu sein und ihnen nicht die richtige Hierarchie vorlebe.

Wann beginnt die Ehe? Normalerweise nach einigen schweren Jahren des Kampfes anfangen uns bewusst zu werden, dass wir nicht im Stande sind, unseren Ehepartner zu ändern. Die einzige Person, die ich ändern kann, bin ich selbst. Und das ist der Moment, in dem wahre Wunder zu wirken beginnen. Diese Regel funktioniert auch bezogen auf unsere Kinder. Wir lieben es, als Eltern an unseren Kindern zu werkeln. Erklären, reden, motivieren, unterstützen, tadeln, Leitfäden lesen, Blogger auf Foren fragen. Und manchmal vergessen wir, dass das alles umsonst ist, wenn wir uns genau anders verhalten. Darum lasst uns um unsere Kinder kämpfen und gehen wir als erste offline!

Autor: Anna Hazuka.

Dieser Beitrag wurde vom Portal stacja7.pl übernommen. Zum Original.

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