Auschwitz: Vergessen oder erinnern?

Die Gedenkstätte in Ausschwitz. Ziel vieler Ausfluge von Menschen aus aller Welt. Ein Ort der Vernichtung und des Todes von mehr als 1,1 Millionen Menschen. Es ist sicherlich kein schöner Ausflug. Doch es ist ein wichtiger – wie es auch eine Tafel im Museum wahrheitsgemäß ausdrückt: „Wer sich nicht an die Vergangenheit erinnern kann, ist dazu verdammt, sie zu wiederholen” (George Santayana).

Ob Brasilianer, Kanadier, Ukrainer oder Bewohner des afrikanischen Kontinents hier herkommen, alle kennen sehr wohl die Bedeutung dieses Ortes.

Die Tour führt zunächst durch das Eingangstor mit der berühmten Überschrift „Arbeit macht frei“ in den Hof des Stammlagers Auschwitz, an den Stacheldrahten und Überwachungsbaracken vorbei. Man erfährt, dass dieses Lager noch nahezu als Luxus gesehen wurde, auch wenn tausende Menschen auf engstem Raum und kaltem Boden leben und schlafen mussten. Hier waren die Lager aus einer ehemaligen Kaserne erstellt worden, sodass die steinernen Wände im Verhältnis zu den noch schlimmeren Verhältnisse im Vernichtungslager Birkenau, nur wenige Kilometer entfernt, für ein wenig bessere Bedingungen sorgten. Die Tatsache, dass die Menschen, nachdem sie zunächst hart außerhalb des Lagers Vollzeit arbeiten und danach auch noch im Lager härteste Arbeiten durchführen mussten, sorgte dafür, dass viele Menschen bereits an den schlechten Lebensbedingungen verstarben. Im Hof fanden außerdem jeden Morgen und Abend die sogenannten „Roll-Calls“ statt, also das Abzählen der Gefangenen. Fehlte jemand, so wurde die Anderen bestraft – daher wurden auch die Leichen der Menschen, die auf der Arbeit oder in der Nacht dem Tod unterlagen, mitgeschleppt, damit es keine Differenzen gab. Besucher dürfen auch die Zelle des Heiligen Maximilian Kolbe sehen, der im Hungerbunker den langsamen Tod erlitt, weil er sich für einen Familienvater opferte, der ursprünglich dazu ausgewählt wurde, die Hungerstrafe für einen entflohenen Gefangenen abzusitzen – und vor Hunger zu sterben. Einen tiefen Eindruck hinterlässt außerdem die Besichtigung der Gaskammern, von denen einige bereits in Schutt und Asche liegen, andere aber noch im Originalzustand an die Gräueltaten der Nazis erinnern. Man bekommt Gänsehaut, wenn man die Bilder von Menschen betrachtet, die gerade auf dem Weg zur Vernichtung in die Gaskammern waren – in ihren Gesichtern ist keine Spur von Angst zu sehen, denn ihnen wurde gesagt, dass sie nur eine ganz gewöhnliche Dusche nehmen würden. Fotos, Alltagsgegenstände und die Haare der Opfer, die ebenfalls im Originalzustand erhalten sind, zeigen, dass es sich hier um Menschen wie Du und ich gehandelt hat.

Der Weg führt uns weiter nach Auschwitz-Birkenau. Dass hier mal Menschen gelebt haben, scheint unfassbar. Dementsprechend überlebte hier nur ein geringer Anteil. Während es in Auschwitz noch irreal wirkte, dass es noch schlimmer sein kann, merkt man hier schnell, dass das keine Übertreibung war. Die hölzernen Baracken, die speziell für die Vernichtung aufgebaut worden sind, sorgten für abscheuliche Lebens- und Hygienebedingungen.

Auschwitz gehört ohne Zweifel zur deutschen Geschichte, sei sie noch so schrecklich. Vergessen aber dürfen wir sie nicht – gedenken und versöhnen aber allemal!

Heute vor 73 Jahren, am 27. Januar 1945, wurden die letzten 7.000 Häftlinge des KZ Auschwitz-Birkenau befreit.

 

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